Lernforschung – Tipps, die das Lernen leichter machen.

Ein Interview mit Manfred Spitzer. Professor der Psychiatrie an der Universität Ulm.

bild-lernenStudieren heißt oft, komplizierte Dinge in den Kopf zu kriegen. Jeder hat da seine eigene Technik. Ein bisschen haben die Eltern dazu beigetragen, ein bisschen hat man selbst herausgefunden. Außerdem hört und liest man ja allerlei von Experten: Zum Beispiel, dass man am besten vor dem Einschlafen lernen soll. Oder dass Handgeschriebenes sich eher im Kopf festsetzt als Getipptes. Was stimmt davon?

These: „Vor dem Einschlafen ist das Gehirn besonders aufnahmefähig“

Manfred Spitzer: Das stimmt. Der Lernprozess endet nicht, sobald man das Buch zuklappt, sondern geht in der Nacht weiter . Wenn wir uns eine bestimmte Information langfristig merken wollen, muss sie vom Hippocampus – einer Art Zwischenspeicher – in die Großhirnrinde gelangen. Das passiert erst im Schlaf: In der Tiefschlafphase lädt sich das Gehirn zwischengespeicherte Informationen aus dem Hippocampus herunter und verarbeitet diese dann während der REM-Phase. Das Gehirn wechselt also ständig zwischen „downloaden“ und „speichern“ ab.

Allerdings setzt es auch Prioritäten: Lernen wir beispielsweise Vokabeln auswendig und haben anschließend ein dramatisches, emotionales Erlebnis, festigt sich in der darauffolgenden Nacht dieses Erlebnis – nicht aber die Vokabeln. Denn im Gedächtnis landen eher die Informationen, die mit stärkeren Emotionen verknüpft sind. Wenn man gleich nach der Lernphase schlafen geht, kann dazwischen nichts mehr passieren, das das Gehirn als „wichtiger“ einstuft.

These: „Bewegung hilft beim Lernen“

Spitzer: Sport hat positive Effekte auf das Gehirn. Beim Ausdauersport wachsen zum Beispiel Nervenzellen im Hippocampus nach – dieser Zusammenhang wurde zumindest für Mäuse schon nachgewiesen . Zudem wird beim Sport vermehrt Tryptophan aus dem Blut ins Gehirn transportiert und dort in Serotonin umgewandelt. Serotonin ist ein Botenstoff, der unsere Stimmung heben und damit auch die Leistungsfähigkeit steigern kann.

Sport ist also einerseits gut für die Infrastruktur, die das Lernen ermöglicht. Andererseits kann Bewegung auch den Lerneffekt selbst steigern: Wer einen abstrakten Zusammenhang mit einer dazu passenden körperlichen Bewegung verknüpft, sorgt dafür, dass dieser sich im Gehirn besser festsetzt. Wenn man einem Kleinkind das Bild von einer Tasse zeigt, kann es sich hinterher schlechter an deren Form erinnern, als wenn es sie anfasst und ihre Konturen mit den Fingern nachvollzieht. Ebenso ist es bei Erwachsenen: Wir sollten beim Lernen unseren Körper einsetzen, um etwas zu begreifen und verinnerlichen zu können.

These: „In letzter Sekunde lernt man schneller, als drei Wochen vor der Prüfung“

Spitzer: Es liegt in der Natur des Menschen, das Hier und Jetzt wichtiger zu nehmen als zukünftige Probleme. Man muss Kindern erst beibringen, dass sie länger für etwas arbeiten müssen, um ein Erfolgserlebnis zu haben: Wer Geige spielen können möchte, muss anstrengende Übungsstunden in Kauf nehmen. Wer gut in Sport sein will, muss trainieren. Wenn das Kind das lernt, bilden sich zwischen dem Frontallappen – der zum Beispiel für längerfristige Planungen zuständig ist – und anderen Gehirnregionen Verknüpfungen. Diese Verknüpfungen sind die Basis für Durchhaltevermögen und Selbstdisziplin.

Bei Menschen, die dieses Durchhaltevermögen nicht trainiert haben, sind die Verknüpfungen eher schwach ausgeprägt. Diese Menschen brauchen immer einen aktuellen Impulsgeber, um etwas zu leisten. Es mag sein, dass sie die Klausur trotz Last-Minute-Lernen bestehen. Allerdings werden sie wahrscheinlich weniger Erfolg im Leben haben: Sie richten sich immer nur nach aktuellen Zwängen und können nicht auf ein Ziel in der Zukunft hinarbeiten. Sie sind Fähnlein im Wind, die immer nur das tun, was gerade ansteht. Die Bergspitze werden sie niemals erreichen, weil ihnen das Klettern 200 Meter vorher zu stressig wird.

Soll ich lieber tagsüber oder nachts arbeiten?

These: „Über das Gelernte sprechen hilft, es sich zu merken“

Spitzer: Wenn wir miteinander sprechen, senden und empfangen wir permanent Emotionen. Diese wirken wie ein Verstärker: Sie signalisieren dem Gehirn, dass etwas wichtig ist und gespeichert werden sollte. Wichtig für diesen Prozess sind Mimik, Stimmlage und Gestik, weil sie den Gefühlen Ausdruck verleihen. Chatten ist daher weitaus uneffektiver: Studien zeigen, dass Menschen sich im Nachhinein besser an einen Film erinnern, wenn sie über ihn reden, als wenn sie über ihn chatten.

These: „Tagsüber ist die Leistungsfähigkeit am größten“

Spitzer: Einerseits stimmt das: Eine hohe Lichtintensität steigert die Wachheit und Aufmerksamkeit, weil dann mehr kurzwelliges Licht ins Auge fällt. Trotzdem würde ich einem Nachtmensch niemals sagen, dass er falsch arbeitet. Es gibt Menschen, die überwiegend nachts arbeiten und jedes halbe Jahr ein Buch publizieren. Menschen haben also tatsächlich unterschiedliche Tagesrhythmen : Lerchen-Typen stehen früh auf und sind morgens am leistungsfähigsten. Eulen-Typen ziehen es vor, nachts zu lernen, wenn sie nicht vom Telefon gestört werden. Sie haben sich meist bewusst dazu entschieden, ihren Tag-Nacht-Rhythmus komplett umzudrehen und beginnen ihren Tag gerne mit der Tagesschau. Und dann gibt es noch diejenigen, die meinen, sie wären Eulen – was aber eher daran liegt, dass sie morgens nicht aus dem Bett kommen.

These: „Wenn man sich eine liegende Acht vorstellt, arbeiten die Hirnhälften besser zusammen“

Spitzer : Das ist Unsinn. Die Gehirnhälften sind permanent miteinander verknüpft und kommunizieren immer – egal ob man sich dabei irgendeine Zahl vorstellt oder nicht.

These: „Was man aufschreibt, bleibt länger im Gedächtnis“

Spitzer: Wenn man etwas aufschreibt, beschäftigt sich der Kopf intensiver damit, als wenn man es nur liest. Das gilt allerdings nur für die Handschrift: Wenn man sich etwas merken möchte, bringt Tippen weitaus weniger als Schreiben, das haben Studien gezeigt. Deshalb halte ich wenig von Powerpoint-Referaten: Wer mit Copy-and-paste Inhalte aus der Wikipedia in eine Powerpoint-Präsentation einfügt, hat diese Inhalte noch lange nicht im Kopf verarbeitet. Schüler oder Studenten lernen dabei also nichts.

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Schwarmintelligenz, was ist das eigentlich?

Schwarmintelligenz

Ich höre den Begriff Schwarmintelligenz im Management derzeit sehr häufig. Es gibt kaum eine Weiterbildungsveranstaltung in der dieses Thema keine Rolle spielt. Fraglich ist, ob das Konzept richtig verstanden wird, denn nicht hinter allem, was mit dem Begriff belegt wird, steckt wirklich die Intelligenz der Massen.

Begriffsklärung (Kurzfassung):

Schwarmintelligenz, auch als kollektive Intelligenz oder Gruppenintelligenz bezeichnet, ist ein Phänomen und meint den gezielten Einsatz von Fähigkeiten von Individuen und der Macht der Masse zur Lösung von Problemen und Bewältigung von Anforderungen.

Schwarmintelligenz sollte nicht mit Herdenverhalten verwechselt werden. Herdenverhalten ist eine Organisationsform, die einem Zusammenschluss von Lebewesen hilft, besser durchs Leben zu kommen. Bei einem Fischschwarm etwa schwimmen die stärksten Tiere mit der größten Risikobereitschaft immer außen, die Muttertiere mit den Jungen im Kern. Droht Gefahr, reagiert der gesamte Schwarm auf die Informationen der außen schwimmenden Tiere. Das sichert das Überleben. Dazu kommt eine große Flexibilität, mit der so ein Schwarm auf Veränderungen reagiert.

Auf das Internet übertragen bedeutet Schwarmintelligenz etwa, dass aktiv engagierten Menschen ein Feedback auf ihre eigenen Interessen ermöglicht wird. Aus den auf diese Weise gesammelten Informationen können für alle nützliche Schlussfolgerungen gezogen werden. Ein Beispiel sind Staumeldungen, die inzwischen über die Handyortungen erfolgen. Die Daten werden ausgewertet, woraus man Schlüsse zieht und am Ende hilft es Autofahrern, Staus zu vermeiden oder sich zumindest darauf einzustellen. Der Nachrichtendienst Twitter gilt übrigens als Musterbeispiel für erfolgreiche Schwarmintelligenz, denn spannende Nachrichten finden rasend schnell Verbreitung, langweilige hingegen verschwindet bereits nach wenigen Tweets.

Unternehmen nutzen die Schwarmintelligenz auch im Rahmen von Crowdsourcing. Eine Zusammengesetzt aus den Begriffen Crowd und Outsourcing. Einzelne Aufgaben, die bisher intern bearbeitet wurden, werden an eine Vielzahl von Nutzern oder Interessenten ausgelagert und häufig in Form eines Wettbewerbes ausgeführt. Die Aufgabe kann sich dabei sowohl auf eine Innovation beziehen oder bereits bestehende operative Aktivitäten oder Produkte. Bekanntester Vertreter für die Anwendung des Crowdsourcing dürfte das Online-Lexikon Wikipedia sein.

Warum aber benötigen wir überhaupt Schwarmintelligenz? Und warum gerade im Management?

Nun, die Antwort vermuten wir in den unternehmerischen Gegebenheiten des 21. Jahrhunderts. Wer im harten globalen Wettbewerb künftig bestehen will, muss sich anstrengen, der Konkurrenz stets einen Schritt voraus zu sein. Allein mit internen Ressourcen ist das nicht mehr zu bewerkstelligen. Es werden sich nur die Unternehmen behaupten können, denen es gelingt, sich die kollektive Intelligenz ihres Umfelds zu eigen zu machen.

Der Autohersteller BMW etwa bedient sich dieser Weisheit der vielen in Form seines Co-Création Lab, zu dem sämtliche Automobilinteressierte eingeladen sind, Wissen und Ideen beizusteuern. Unter anderem bat BMW um Einschätzungen und Vorschläge, wie sich die Mobilität der Zukunft darstellt und verbessern lässt. Mehr als 300 Ideen wurden diskutiert: neue Ansätze für Elektroautos, futuristische Parkmöglichkeiten oder künftige Fahrzeugkommunikation waren darunter.

Mitarbeiter einbinden

Die Unternehmen sollten mit dem Naheliegenden anfangen, wenn sie von der kollektiven Intelligenz profitieren wollen: ihren Mitarbeitern. Wie wäre es, wenn wir die Intelligenz unseres Mitarbeiterschwarms für die Weiterentwicklung und Verbesserung der Produkte, Dienstleistungen, vor allem aber interner Prozesse und Abläufe nutzen würden?Firmenportale und andere Plattformen sind gute Foren, den gedanklichen Austausch in großen Organisationen zu ermöglichen. Das sind Ansätze, aber Schwarmintelligenz darf weder auf postmoderne Kommunikationsformen noch auf kollaboratives Arbeiten in der Cloud reduziert werden. Wollen wir ernsthaft und seriös diesen Begriff diskutieren und anwenden, dann müssen wir uns davon lösen, ihn primär als technische Möglichkeit des gemeinsamen Arbeitens zu interpretieren oder gar als populärwissenschaftlichen Modebegriff für eine stochastische (zufällige) Gesetzmäßigkeit zu missbrauchen. Stattdessen sollten wir uns darauf besinnen, tatsächlich mehr den Schwarm und damit die Mitarbeiter und deren Führung in den Brennpunkt zu rücken und diesen zur Lösung kognitiver, komplexer Probleme und Herausforderungen zu nutzen.

Das ergebnisorientierte Zusammenspiel einer Gruppe

Schwarmintelligenz ist keine Intelligenz im gewöhnlichen Sinn, sondern beschreibt das ergebnisorientierte Zusammenspiel einer Gruppe. Das kann neue und ungesehene Qualitäten entwickeln. Aber es muss nicht – und es braucht eine geeignete Koordination von Einzelleistung und Gruppenverhalten. Das ist das große Missverständnis hinter der unerträglichen Leichtfertigkeit des Schwarms und der streumunitionierten Verwendung des Begriffs. Ein folgenreicher Kategorienfehler, man sucht eine personenähnliche Intelligenz im übermenschengroßen, geniehaften Sinn und übersieht, dass Gruppen seit vielen tausend Jahren Instrumente und Strukturen benutzen, um sich einen Vorteil zu verschaffen.

Klaus Frohnert

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Netzwerke und Hierarchie

Hierarchien setzen auf Verhinderung von Vernetzung, weil Netzwerke nicht kontrollierbar sind. Denn wer gibt schon gerne die Kontrolle auf und Macht ab? An lösungsorientierte Systeme mit einer hohen Eigendynamik, Netzwerke?

Ein Beitrag von Prof. Dr. Peter Kruse

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Was ist Mediation?

Bild Mediation

Im deutschsprachigen Raum wird “Mediation” vom Wortklang her schnell mit “Meditation” verwechselt. Viele Menschen ordnen die Mediation der Esoterik zu und wollen nicht viel damit zu tun haben. Tatsächlich aber hat Mediation mit Esoterik nichts zu tun.

Im Fremdwörterlexikon findet sich folgende Übersetzung des Wortes: “Vermittlung” oder “vermittelndes Dazwischentreten”. Und damit ist der Kern der Sache schon gut getroffen.

 Mediation ist eine Methode zur Konfliktlösung

Konfliktparteien sollen eine Lösung finden, die für beide befriedigend und akzeptabel ist. Entscheidend dabei ist, dass immer eine Dritte Person (Der Mediator) beteiligt ist. Diese Person hat keine Entscheidungsgewalt, sondern wirkt als Vermittler zwischen den Parteien.

Die Rolle des Mediators

Der Mediator ist eine neutrale Person, die zunächst erst einmal einen Verhandlungsraum eröffnet und die Konfliktparteien zu gemeinsamen Gesprächen und Verhandlungen an einen Tisch bringt. Weiterhin ist es Aufgabe in der Mediation, verdeckte Konflikte und vor allem die hinter dem Konflikt liegenden Bedürfnisse und Hintergründe sichtbar zu machen.

Mediation ist Hilfe zur Selbsthilfe und wirkt im Sinne des “Win-Win-Prinzips”

Ziel eines Mediationsprozesses ist es, das die Konfliktparteien selbst Lösungen entwickeln, die für beide Seite haltbar und gewinnbringend sind. Es geht um echte Win-Win-Lösung. Win-Win bedeutet, dass beide Parteien einen Nutzen von den vereinbarten Lösungen haben. Dafür müssen konsequent die Wünsche, Forderungen, Ängste und Vorbehalte beider Parteien herausgearbeitet werden („ Die Karten offen auf den Tisch legen“). Nur so ist es möglich, eine Lösung zu finden, die beide Parteien befriedigt.

Kennzeichen der Mediation

Eine Mediation ist immer zukunftsorientiert. Es geht darum, Lösungen für die zukünftige Zusammenarbeit zu erarbeiten. Die Vergangenheit ist nur insoweit von Bedeutung, wie die Informationen für das Verstehen des Konfliktes und der Anliegen beider Parteien vonnöten ist.

Im Gegensatz dazu wird z.B. in einem Gerichtsverfahren die Vergangenheit in das Zentrum der Beachtung gestellt. Hier wird vergangenes Verhalten beurteilt oder verurteilt.

In der Mediation geht es nicht um ein Urteil – wer recht hat oder nicht. Das ist unerheblich. Es geht einzig darum, eine für die Zukunft tragfähige und alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung zu finden. Damit ist die Mediation ein sehr zielgerichtetes Verfahren.

Ursprung der Mediation

Das Verfahren der Mediation kommt aus den USA. Diese alternative Methode der Konfliktlösung hat sich in den letzten 20 Jahren immer stärker verbreitet. Für Tarifverhandlungen nutzte man das Verfahren in den USA bereits in den 40er Jahren. In Deutschland befasst man sich mit diesem Verfahren erst seit ca. zehn Jahren und es wird teilweise noch sehr zögerlich eingesetzt.

Einsatzgebiete der Mediation

In den USA wird das Verfahren der Mediation in den verschiedensten Bereichen des privaten und öffentlichen Lebens eingesetzt. In Deutschland beschränkte sich der Einsatz bis vor kurzem vor allem auf Familienstreitigkeiten im Zuge von Scheidungen. Diese sogenannte Familien-Mediation soll vor allem in Fragen der Verteilung des Sorgerechts für Fairness sorgen. Ein weiterer Bereich, in dem die Mediation genutzt wird, ist die Umwelt-Mediation, bei der es darum geht, sinnvolle Maßnahmen in Umweltfragen zu finden.

Ich erlebe zunehmend eine Nachfrage aus der Wirtschaft. Es geht um Auseinandersetzungen unter Kollegen, zwischen Geschäftsführungen und Betriebsräten, Konflikte zwischen Abteilungen, Bereichen oder Unternehmen. Aus meiner Sicht ein modernes, professionelles, kostengünstiges und vielfältig erprobtes Verfahren.

Klaus Frohnert

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Trends und Entwicklungen in der Personalentwicklung

Eine Präsentation von Prof. Alexander Dürr, über …

1.) Ausgangspunkt: Die demografische Entwicklung und der Wertewandel

2.) Aktuelle Trends in der Personalentwicklung

3.) 10 Thesen für die Zukunft

Dürr

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Schluss mit Perfektionismus

Haben Sie schon einmal von anderen den Vorwurf gehört „Du mit deinem Perfektionismus!“ oder „Du bist ein Pedant.“? Wollen (müssen) Sie immer alles 100-prozentig, besser noch 120-prozentig machen? Wollen Sie stets das Optimale erreichen? Finden Sie dabei kein Ende und setzen sich immer wieder neu unter Druck? Denken Sie: „Alles, was ich tue, ist nicht gut genug, nicht schnell genug, überhaupt nicht genug und schon gar nicht gut?“

PerfektSchauen wir uns an, was Perfektionismus ist, welche Folgen er für uns hat und wie man lernen kann, weniger verbissen und perfektionistisch zu sein, ohne gleich Mittelmaß oder ein Versager zu sein.

Ist es schlecht, perfektionistisch veranlagt zu sein

Nein. Es gibt viele Berufe, in denen man nur vorankommen und es zu etwas bringen kann, wenn man ein absoluter Qualitätsfanatiker ist und in dem, was man tut, nach Perfektion strebt. Gewissenhaft, pflichtbewusst, korrekt und einsatzwillig sein, das sind wichtige Eigenschaften um Erfolg zu haben.

Das Streben nach Perfektion ist per se nicht schlecht. Wer in bestimmten Berufen Erfolg haben will, der muss sich Perfektion auf die Fahnen schreiben und Ehrgeiz haben. Der darf sich nicht mit Mittelmaß zufrieden geben.Perfektionismus und Ehrgeiz sind nur dann gefährlich, wenn wir unsere Selbstachtung und unser Selbstwertgefühl vom Erfolg abhängig machen.

Welche Folgen hat Perfektionismus für unser Leben?

Perfektionismus oder das Streben nach Perfektion beeinflusst unsere gesamte Person.

Perfektionismus äußert sich in unserem Denken.

In Einstellungen wie:

  • Ich muss immer alles richtig machen. Wenn ich etwas nicht schaffe, dann bin ich nicht gut genug.
  • Ich muss immer perfekt sein. Ich muss immer alles 100-prozentig machen. Nur dann ist es aus meiner Sicht gut.
  • Wenn etwas nicht perfekt ist, halten mich für einen Versager.
  • Andere dürfen keine Fehler machen, sonst sind sie Versager.
  • Es ist eine unverzeihlich und schlimm, wenn mir etwas misslingt.
  • Nur wenn ich perfekt bin, verdiene ich Anerkennung und Liebe.
  • Entweder mache ich etwas perfekt oder gar nicht.

Als Perfektionisten ist unsere Aufmerksamkeit darauf gerichtet, Fehler und Schwächen bei uns und anderen besonders gut zu erkennen. Fehler nehmen Perfektionisten zum Anlass, sich zu verurteilen. Selbst wenn sie etwas 100-prozentig machen, können sich Perfektionisten nur selten freuen. Sie hätten es ja vielleicht noch besser machen können! Wir setzen uns unter Druck und dulden keine mildernden Umstände. Wir sind sehr rigide und können nicht ab und zu geben.

Perfektionismus hat Auswirkungen auf unseren Körper.

Unser Streben nach Perfektion führt zu körperlicher Anspannung und innerer Unruhe. Im Grunde bringen wir uns in einen Stresszustand.

Perfektionismus hat Auswirkungen auf unsere Gefühle.

  • Wir haben ständig Angst vor Fehlern, Angst zu versagen, Angst vor Ablehnung und Angst vor Erfolg.
  • Wir sind frustriert oder deprimiert, wenn wir nicht das Optimum erreichen.
  • Wir sind nicht mit dem zufrieden, was wir erreicht haben.
  • Wir ärgern uns maßlos über unsere Fehler und Unvollkommenheiten.

Perfektionismus hat Auswirkungen auf unser Verhalten.

Perfektionisten tun sich z.B. schwer, eine Arbeit zu beenden, weil sie aus ihrer Sicht noch nicht perfekt ist. Sie trauen sich nicht an neue Aufgaben, weil sie Angst haben, sich dumm anzustellen oder etwas falsch zu machen. Machen sie bei einer Aufgabe einen Fehler, brechen sie diese ab, anstatt sie weiterzuführen. Sie verheimlichen vor anderen, dass sie ein bestimmtes Ziel anstreben. Wenn sie es nicht erreichen, dann weiß es wenigstens keiner. Sie vermeiden es, sich Ziele zu setzen, weil sie sich dadurch Enttäuschungen ersparen wollen.

In vielen Coachings, Beratungen und Trainings erlebe ich Menschen, die irgendwas nicht tun, aus der Angst heraus nicht perfekt zu sein oder es nicht perfekt zu machen. Zugegeben, ich habe auch einen „Perfektionsanspruch“ in dem, was ich tue. „Tue es richtig oder gar nicht!“ Und ich kenne viele Menschen, denen es ähnlich geht.

Wo liegen die Ursachen des Strebens nach Perfektion?

Irgendwann in unserem Leben – gewöhnlich in der frühen Kindheit – haben wir die Erfahrung gemacht, dass wir nur dann Zuwendung und Anerkennung bekommen, wenn wir perfekt sind, gewisse Erwartungen der anderen erfüllen. Wir fühlen uns irgendwie nicht in Ordnung und liebenswert und sind deshalb sehr stark auf die Anerkennung unserer Mitmenschen angewiesen. In der Perfektion sehen wir die Lösung, Anerkennung zu bekommen bzw. Ablehnung zu vermeiden.

Wege aus der Perfektionismus Falle

Beginnen möchte ich mit einer Empfehlung. Fordern Sie nicht von sich, dass Sie das Streben nach Perfektion 100-prozentig überwinden müssen – das kennen Sie und schon sind Sie wieder erneut in die Perfektionismusfalle getappt.

Reagieren Sie nicht mit Gleichgültigkeit und Nachlässigkeit als Alternative zu ihrer perfektionistischen Veranlagung. Denn darum geht es auf keinen Fall. Es geht um Flexibilität und Ihre bewusste Entscheidung, wie viel Einsatz Sie bringen möchten und wann Sie sagen, es ist gut genug.

Behalten Sie Ihre hohen Ansprüche, geben Sie Ihr Bestes. Mittelmaß gibt es schon genug. Herausragende Leistungen werden nur von Menschen mit hohen Ansprüchen und mit Ehrgeiz erbracht.

Beim Streben nach Perfektion geht es darum, trotz hoher Ansprüche die Fähigkeit zu haben, mit Fehlern, Niederlagen und Unvollkommenheiten leben zu können. D.h. sich nicht als Versager anzusehen, wenn man etwas nicht 100-prozentig gemacht oder erreicht hat.

Ziehen Sie schriftlich Bilanz.

Bei welchen Tätigkeiten schlägt sich Ihr Streben nach Perfektion nieder – im Beruf und im Privatleben? Was tun Sie besonders intensiv? Was meiden Sie?

Welchen Vorteile und Nachteile haben Sie durch Ihren Perfektionismus?

Nehmen Sie ein Blatt Papier und machen Sie 2 Spalten. Notieren Sie in der linken Spalte die Vorteile, die Sie durch Ihr perfektionistisches Streben haben. In der rechten Spalte notieren Sie die negativen Auswirkungen des Perfektionismus. Überwiegen die Vorteile oder Nachteile? Machen die Nachteile (Anspannung, Kopfschmerzen, Stress, …) die Vorteile zunichte?

Suchen Sie nach den Gründen für Ihr Perfektionsstreben.

Was würde passieren, wenn Sie eine Aufgabe nicht perfekt erledigen würden? Wovor haben Sie Angst? Angst vor dem Verlust von Anerkennung und Bestätigung durch andere. Angst, den Erwartungen der anderen nicht gerecht zu werden.

Überlegen Sie: „Welches Denken ist hilfreich, um lockerer mit Anforderungen umgehen zu können?“

Wenn Sie sich schwer tun, neue Sichtweise zu finden, reden Sie mit Freunden und guten Bekannten. Wie gehen diese mit Anforderungen und Aufgaben im Leben um, ohne deshalb Mittelmaß zu sein?

Finden Sie Tätigkeiten und Aufgaben, bei denen es nicht darauf ankommt, diese perfekt zu machen.

Analysieren Sie: Bei welchen beruflichen und privaten Tätigkeiten hätte es kaum negative Auswirkungen, wenn Sie diese weniger sorgfältig, fehlerhaft, nicht sofort oder gar nicht erledigen würden? Notieren Sie sich einige.

Gehen Sie im Alltag anders mit diesen Aufgaben um.

Wenn Sie weniger gewissenhaft bei Tätigkeiten sind, dann wird sich Ihr schlechtes Gewissen rühren. Sie haben das Gefühl, es sei nicht richtig, entspannter und lockerer mit diesen Aufgaben umzugehen. Glauben Sie mir: mit zunehmender Übung wird dieses ungute Gefühl verschwinden. Denken Sie auch daran: nicht jeder hat Ihr hohes Anspruchsniveau und Ihr Wissen. Andere werden auch zufrieden sein, wenn Ihre Leistung in Ihren Augen nicht perfekt ist. Und selbst wenn andere Kritik üben, könnten Sie damit nicht leben?

Lernen Sie, sich selbst anzunehmen – stärken Sie Ihr Selbstwertgefühl.

Dies ist Ihre wichtigste Aufgabe und vermutlich die größte Herausforderung, die Sie jedoch nicht zu 100 Prozent meistern können. Loben Sie sich bewusst, auch für Sachen, die nicht so perfekt sind.

Machen Sie sich klar: Fehler machen heißt nicht, als Mensch fehlerhaft zu sein. Wenn Sie sich als Person akzeptieren – unabhängig davon, wie gut Sie etwas machen, dann entziehen Sie Ihrem Streben nach Perfektion den Nährboden.

Dann sind Sie in der Lage, entspannter mit Fehlern, Unvollkommenheiten und Kritik von anderen umzugehen. Sie können es sowieso nie allen recht machen! Es ist in Ordnung, etwas perfekt machen zu wollen. Schädlich ist nur, sein Selbstwertgefühl und seine Selbstachtung nur von seiner Leistung abhängig zu machen.

Dieser Artikel über Perfektionismus ist nicht perfekt und er wird es wohl nie sein. Ich arbeite immer mal wieder daran, ihn zu verbessern. Das ist alles, was ich tun kann. Denken Sie auch daran: Das Unfertige und Unvollkommene ist kein Mangel! Es beinhaltet Chancen und Möglichkeiten!

Egal was Dir gesagt wurde, als erwachsener Mensch darfst Du Deine eigenen Entscheidungen treffen!

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Nehmen Sie sich mal eine Auszeit!

Auszeit Bild

Endlich mal wieder raus in die Natur oder mit Freunden etwas Schönes machen. Wann haben Sie das letzte mal an sich gedacht?

Aber ist es immer so einfach?

Ich kenne das selbst. Ich reise und arbeite viel. Ich kümmere mich um meine zwei wachsenden Unternehmen. Jeden Tag gibt es viele neue Tätigkeiten, ich stehe selten still.

Und wenn ich dann eine „Auszeit“ nehme, brauche ich einige Zeit, um wirklich richtig herunterzukommen. Kennen Sie das? Endlich im Urlaub oder am Wochenende zum angeln und der Kopf rast einfach weiter. Der Kopf ignoriert die schöne Natur und denkt an alles, was noch zu erledigen ist oder manchmal sogar an das, was schon passiert ist. Und das geht häufig auch nachts so.

Hier sind ein paar kleine Tipps, wie und warum Sie sich regelmäßige Auszeiten schaffen können:

Auszeiten beugen Burn-Out vor

Eines der aktuellsten Probleme heute ist die permanente Informationsflut und Verarbeitung dieser Informationen. Auszeiten verschaffen uns Abstand und Klarheit. Vieles was wichtig erscheint, relativiert sich und wird wieder ins rechte Licht gerückt. Wir können erkennen, wie wir uns den Stress selbst machen, und wie unnötig er meistens ist.„Von allen Sorgen, die ich mir machte, sind die meisten nicht eingetroffen.“ Sven Hedin

Auszeiten schärfen den Geist

Wer sich lange konzentriert strengt sich an. Das benötigt viel Energie. Ist diese Energie erschöpft, entstehen nicht nur ärgerliche Flüchtogkeitsfehler, auch Zweifel, Sorgen und Ängste dringen stärker in unseren Geist ein, der seine Kraft und Klarheit durch Überanstrengung verloren hat. Das Gegenteil von Konzentration ist Meditation. Dafür müssen Sie aber nicht ein Schweigeseminar oder einen Ashram in Indien besuchen. Einfach mal zwanzig Minuten am Wasser sitzen und beobachten. Den Wind in den Bäumen, das Fließen eines Flusses, das Ziehen der Wolken am Himmel und die Stille in sich selbst. Wer in solchen Momenten loslassen kann, kommt automatisch zu Glücksgefühlen und Entspannung. Dann fällt auch die Konzentration wieder leicht.

Auszeiten erhöhen die Geduld

Wer regelmäßig Auszeiten nimmt und Abstand gewinnt, der wird gleichzeitig geduldiger. Klingt paradox, ist aber so. Und wer geduldig ist, ist oft effektiver in dem was er tut. Probieren Sie es aus!

Auszeiten verbessern Kreativität

Auszeiten machen kreativer. Originelle Ideen zur Gestaltung eines schönen Abends mit Ihrem Partner oder Freunden, die Lösungen für ein dringendes Problem in der Arbeit oder ein toller Einfall für eine kleine Überraschung für einen wichtigen Menschen in Ihrem Leben – all diese Dinge brauchen Zeit und kommen aus einem ruhenden und offenen Geist.

Auszeiten machen menschlicher

Wer, wie viele andere Menschen in unserem Kulturkreis, nur noch rennt, arbeitet und funktioniert, stellt unbewusst die eigene gefühlvolle Seite in den Hintergrund. Dies führt häufig dazu, dass ich den Kontakt zu mir selber und zu anderen Menschen verliere. Eine Auszeit bringt Ruhe, tiefes Durchatmen und die Fähigkeit zuzuhören und einfach man selbst zu sein. Wer sich eine Auszeit nimmt, kommt sich selbst ein Stück näher, weil die Aufmerksamkeit auch mal nach innen gelenkt werden kann.

Auszeiten verlängern das Leben

Egal ob durch den Stressabbau, die erhöhte Konzentrationsfähigkeit, die größere Geduld, das menschlichere Dasein oder die Kreativität, die den Spaß zurückbringt, Auszeiten machen das Leben lebenswerter. Und wer glücklich ist, lebt im Schnitt länger.

Auszeiten gibt es kostenlos und sind günstig zu haben

Vom Spaziergang im Park, romantischem Abendessen, Wellness-Wochenende bis hin zur Hundeschlittentour in Lappland, vieles ist möglich. Und oft sind es nicht die teuren Dinge, welche die beste Entspannungswirkung haben. Seien Sie kreativ! Besuchen Sie Webseiten mit Tipps für Freizeitgestaltung, Hobbies oder attraktiven Orten in Ihrer Umgebung.Da Ihnen niemand eine Auszeit geben kann, geben Sie sich selbst eine! Oder noch besser: So regelmäßig wie möglich. Im Grunde rate ich Ihnen, sich jeden Tag mindestens eine zu nehmen. Egal wie beschäftigt Sie sind. Oder gerade dann:

Wir sind Mensch und keine Produktionseinheit und Ihr Wert als menschliches Wesen hängt, entgegen aller Behauptungen, nicht von Ihrer Arbeitsleistung allein ab.

Gönnen Sie sich all die positiven Nebeneffekte einer Auszeit.

Tun Sie was für Ihr Glück: Tun Sie auch ab und zu einfach mal nichts!

 

Klaus Frohnert

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Kollektive Intelligenz – Was heisst das …

Kollektive Intelligenz – was heisst das fuer Unternehmen?
Fuer die Fuehrung, fuer die Digital Natives? Es geht um die Variabilitatet von Verhaltensmustern.

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HR-REPORT 2015/2016 VON IBE UND HAYS

Mannheim, 12. Januar 2016.

Während Unternehmen die technologische Transformation allmählich vollziehen, scheint es um die Wandlungsprozesse innerhalb der Unternehmenskultur schlechter bestellt zu sein. So bewerten Führungskräfte die Weiterentwicklung der Unternehmenskultur im neuen HR-Report zwar als das wichtigste HR-Thema (41 %), aber die Umsetzung der hierfür notwendigen Maßnahmen verläuft eher schleppend und wird insgesamt nur als befriedigend bewertet. Dies spiegeln die Ergebnisse des fünften HR-Reports 2015/2016 wider, für den das Institut für Beschäftigung und Employability (IBE) im Auftrag des Personaldienstleisters Hays wieder über 500 Führungskräfte befragte.

Hier geht es zum Report.

hays-studie-hr-report-2015-2016

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Effektive Personalentwicklung – Wann passt was?

Brücke

Mentoring? Kollegiale Beratung? Coaching?

Maßnahmen der individuellen Personalentwicklung nehmen einen immer höheren Stellenwert ein. Zahlreiche aktuelle Untersuchungen zeigen, dass ein starker Zuwachs der individuellen Unterstützung in Form von Coaching und Mentoring erfolgt.

Die Zielsetzung ist klar: Gezielte individuelle Entwicklung soll einen höheren Wirkungsgrad bei der zu beratenden Person entfalten.

Dieser Beitrag wird Ihnen helfen herauszufinden, welches Vorgehen unter welchen Rahmenbedingungen das Passende ist. Untersucht werden dabei die aktuell gängigsten Methoden: Coaching, Mentoring und kollegiale Beratung.

Mentoring beschreibt einen Beratungsprozess, in der eine lebens- und unternehmenserfahrene Person eine noch jung im Unternehmen arbeitenden Mentee (in der Regel Potenzialträger) gezielt begleitet. Ein guter Mentor stellt sein bewährtes Wissen zur Verfügung, erörtert mit seinem Mentee politisch-taktische Vorgehensweisen und öffnet ihm/ihr Netzwerke. Offenes Feedback und kritische Diskussion sind wesentliche Voraussetzungen für ein erfolgreiches Mentoring.

Kollegiale Beratung ist eine Form der Beratung im Team, in der meist fünf bis acht Teilnehmer nach einer effizienten zeitlichen und inhaltlichen Gliederung „Praxisanliegen“ bearbeiten. Jedes Gruppenmitglied stellt nacheinander sein/ihr Anliegen aus dem persönlichen Arbeitsalltag vor und erhält von allen Teammitgliedern Ideen, Tipps, Lob und alternative Vorgehensvorschläge. Erfolgskri- tisch für eine erfolgreiche kollegiale Beratung ist eine Haltung, die auch alternative Lösungen zulässt und bereit ist, sich wohlwollend und konstruktiv mit jedem Anliegen zu befassen.

Coaching ist eine Beratungsform, welche die Wahrnehmung und die persönlichen Verhaltensalternativen des Coachee erweitern soll. Ein guter Coach steuert den Coachingprozess so, dass der Coachee alte Muster kritisch überprüft, neue Strategien erprobt und in sein Verhalten integriert. Somit sind Freiwilligkeit und die Bereitschaft, die wesentliche Voraussetzungen für ein erfolgreiches Coaching auf Seiten des Coachee.

Im Überblick

  Coaching Mentoring Kollegiale Beratung
Zielgruppe i. d. Regel Führungskräfte, Projektmanager neue bzw. junge Mitarbeiter, Potenzialträger Personen mit vergleichbarem beruflichem Erfahrungshintergrund und Wirkungsgrad
Berater

 

externe oder interne Coaches als Prozess- und Lösungsberater

 

interne Führungskräfte, die aus ihrer Erfahrung heraus beraten Kollegen in der Beratungsgruppe, evtl. anfangs durch externe/interne Moderation unterstützt
Praxis vs. Theorie Beziehung Beschäftigung mit dem Praxisfeld des Klienten (teilweise theorieunterstützt) Beschäftigung mit der Praxis in der Organisation des Mentees Bearbeitung von Praxisanliegen der Teilnehmer
Freiwilligkeit als Voraussetzung wäre dann gegeben, wenn sowohl Mentor als auch Mentee die Beratung ablehnen können als Voraussetzung
Dauer

 

kurz- bis mittelfristig (wenige Monate) langfristig angelegter Prozess der Förderung und Bindung an das Unternehmen mittel- bis langfristig
Kosten interne Kosten bzw. externes Beratungshonorar und zeitlicher Aufwand des Coachee interne Kosten/ Zeitaufwand von Mentor und Mentee interne Kosten/ Zeitaufwand der Teilnehmer; evtl. Honorar für Moderator
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