Christopher Rauen: Vertrauen, Angst und Zumutung — was Manager erfolgreich macht

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Führung: Umgang mit Fehlern

Wie gehen Sie mit Fehlern um? Manche dürfen nicht passieren, aber ganz werden wir sie im Berufsalltag nie verhindern können. Was erfolgreiche Führungskräfte unterscheidet, ist ihr Umgang mit Versagen. Sie wissen, wie man richtig scheitert.

Selbstzweifel oder Chance?

Gehören Sie zu den Menschen, die nach einem Fehler zu Selbstkritik und Selbstvorwürfen neigen: Wie konnte mir das nur passieren? Warum habe ich dies und jenes nicht bedacht? Was war ich für „Dussel“? Vielleicht verfolgen Sie diese negativen Gedankenschleifen sogar tagelang, obwohl der Vorfall für Ihr Umfeld längst abgehakt und erledigt ist. Es ist ein ganz normales Reaktionsmuster, aber hilfreich ist es nicht. Im Gegenteil. Denn so schwächen Sie Ihr Selbstvertrauen und bleiben gedanklich in der Vergangenheit hängen, die Sie ohnehin nicht mehr ändern können.

Erfolgreiche Führungskräfte reflektieren ihr Verhalten. Sie fragen sich, wofür das Missgeschick womöglich gut war und was sie daraus lernen können. Jeder Fehler ist eine Chance, sich persönlich weiterzuentwickeln. Gerade im beruflichen Kontext ist es wichtig, für sich selbst die gedankliche Führung zu übernehmen und ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem es jedem Mitarbeiter und Team möglich ist, aus Fehlern zu lernen.

Erfolgreiche Führung handelt nach 5 Prinzipien:

Verantwortung übernehmen: Um aus Fehlern zu lernen, ist es notwendig, dass Sie die Verantwortung übernehmen – für Ihre Erfolge und Misserfolge. Wenn einem Ihrer Mitarbeitern ein Missgeschick unterlaufen ist, bedenken Sie, Fehler des Mitarbeiters sind auch immer Fehler der Führungskraft. Sie als Führungskraft sind aber für Ihre Reaktion verantwortlich. Handeln Sie wertschätzend, dass nicht die persönliche Kritik überwiegt, sondern ein Lernerfolg möglich ist.

Ergebnisorientierung: Machen Sie klar, dass Sie Ihre Mitarbeiter nur an Ergebnissen, nicht an Bemühungen messen. Erlauben Sie gleichzeitig Fehler, um Versagensängste zu nehmen. Aber erlauben Sie den gleichen Fehler nur einmal.

Konzentration auf Stärken: Fördern Sie gezielt die Stärken Ihrer Mitarbeiter und verlangen Sie in diesen Bereichen herausragende Leistungen. Erwägen Sie, die mit den Stärken einhergehenden Schwächen in Kauf zu nehmen. Durch Abbau von Schwächen erreichen Sie nur Mittelmaß. Nur der Ausbau von Talenten führt zu exzellenten Ergebnissen. Achten Sie darauf, dass Ihr Team so aufgestellt ist, dass die Schwächen des einen durch Stärken des Anderen ausgeglichen werden.

Positives Betriebsklima: Achten Sie auf ein positives Betriebsklima – es ist die Basis für erfolgreiche Zusammenarbeit. Loben Sie Ihre Mitarbeiter, entschuldigen Sie sich für Fehler, vermeiden Sie Rechthaberei, reden Sie nicht schlecht über andere in ihrer Abwesenheit und geben Sie Mitarbeitern immer die Chance, ihr Gesicht zu wahren. Überlassen Sie das Betriebsklima nicht dem Zufall, sondern kümmern Sie sich aktiv darum.

Vertrauen aufbauen: Lernen Sie, sich selbst mehr zu vertrauen. Schenken Sie Ihren Mitarbeitern Vertrauen, auch nach Fehlern. So helfen Sie ihnen, ihr eigenes Selbstvertrauen wieder aufzubauen. Bei Vertrauensmissbrauch gehen Sie auf die Person zu, klären Sie die Situation und gehen Sie konsequent vor. Geben Sie jedem Mitarbeiter aber eine zweite Chance.

Klaus Frohnert

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Kriterien zur Auswahl eines Coaches


coaching-bild
Wenn Sie auf der Suche nach einem Coach sind, überprüfen Sie anhand bestimmter Indikatoren, ob dieser Coach der für Sie geeignete ist:

Stichwort Coaching

Im Coaching geht es um die Entwicklung und Umsetzung persönlicher oder beruflicher Ziele und der dazu notwendigen Kompetenzen. Es sollte sich nach der individuellen Persönlichkeit des Coachees (Klienten) und seinen Fähigkeiten richten sowie einen Prozess der Selbstreflexion und Selbststeuerung anstoßen. Der Coachee soll die für ihn passende Lösung selbst finden. Der Begriff Coach ist nicht geschützt. Es gibt keine staatlich anerkannte Ausbildung oder wissenschaftlich fundierte Qualitätsstandards für diese Tätigkeit. Achten Sie deshalb auf die Ausbildung des Anbieters.

Akademische Ausbildung und Berufserfahrung

Da seriöses Coaching eine psychologische Beratungsform ist, sollte ein abgeschlossenes Universitätsstudium der Psychologie oder eine vergleichbare professionelle Ausbildung erste Voraussetzung sein. Zudem sollte ein Coach über Berufserfahrung im Führen verfügen und sich in unterschiedlichen Systemen und Unternehmenskulturen, wie etwa einem global agierenden Konzern oder einem mittelständisch geprägten, regional tätigen Unternehmen auskennen.

Feldkompetenz

Prüfen Sie, welche Fachkenntnisse und Fähigkeiten der Coach durch langjährige berufliche Erfahrungen in verschiedenen Arbeitsfeldern  erworben hat. Entsprechend sind Lebenserfahrung und ein höheres Alter anders zu bewerten als es in klassischen Recruiting-Prozessen der Fall ist. Es ist unwahrscheinlich, dass ein gestandener Klient einen zum Beispiel 30-jährigen Coach aus dem Stand heraus respektiert.

Darstellung im Netz

Sollten Sie eine Webseite eines potenziellen Coachs aufrufen, achten Sie vor allem auf die Botschaft, die hinter dem Webauftritt liegt. Es lohnt sich herauszufinden, ob die Darstellung auf Erfahrung hinweist, auf Know-how und Seriosität. Professionelle Coachs betreiben für ihre Selbstdarstellung oft nur ein Minimum an Aufwand.

Was ein Coach schon im Vorgespräch offenlegen sollte

Das erste Kennenlernen kostet bei einem seriösen Coach nichts. Es ist ein Informationsgespräch, idealerweise aus Geben und Nehmen. Nach dem Gespräch sollten Sie über den formalen und zeitlichen Ablauf Ihres Coaching-Prozesses inklusive der Schätzung des Zeitbedarfs, über die Honorierung sowie die Rechte aus dem Vertrag, der in einer seriösen Coaching-Beziehung unabdingbar ist, informiert sein.

Sie sollten wissen, mit welcher ethischen Grundhaltung der Coach agiert.

Ein seriöser Coach wird souverän zu seinen Grenzen stehen. Wenn Sie fragen, werden Sie erfahren, was er kann, was nicht und wie gut er etwas kann. Sollte es nötig sein, wird er Sie an einen Kollegen empfehlen. Sollte Coaching in Ihrem Fall nicht die richtige Maßnahme sein, spricht er auch Alternativen an.

Bei einem professionellen Coach können Sie voraussetzen, dass er gut zuhört und hinterfragt. Nach dem Kennenlerngespräch ist eine Bedenkzeit üblich, in der beide herausfinden können, ob sie zueinander passen.

 

Interesse und Offenheit des Coachs prüfen

In der ersten Sitzung geht es um die Klärung der Coachingziele, so präzise und konkret wie möglich. Eine leichte Sache ist das nicht. Es kann durchaus irritierend sein, wenn Ihr Coach hartnäckige Fragen stellt, um zu spüren, wo Ihr Thema und Ihre Ziele wirklich anzusiedeln sind. Gerade dann sind Sie und Ihr Coach auf dem richtigen Weg.

Ein guter Coach wird Fragen stellen, die nicht nur beruhigen oder eine rasche Lösung in Aussicht stellen – geschweige denn die wundersame Veränderung eines ganzen Lebens. Im Gegenteil, er wird Sie darauf hinweisen, dass Sie Veränderung wirklich wollen und selbst erarbeiten müssen. Er könnte Sie damit vertraut machen, dass das Kommende irritieren, manchmal auch etwas Angst machen kann. Seine Aufgabe ist nicht, Ihre Sichtweise zu bestätigen.

Coachs sollten keine blumigen Versprechungen machen

Macht Ihnen ein Coach blumige Versprechungen, sollten Sie hellhörig werden. Coaching heißt, Sie nicht zu schonen – Ihr Einverständnis dazu im Vorfeld vorausgesetzt. Ein Coach kann dies tun, indem er zum Beispiel provokative Gesprächsabschnitte oder die Nutzung außergewöhnlicher, aber professioneller Methoden ankündigt. Persönliche Verletzungen und Überheblichkeit jedoch sind dabei ethische „No-Gos“ und Warnsignale.

Forschen Sie nach Augenhöhe, Klarheit, ehrlichem Feedback und Respekt. Setzen Sie Konsequenz in der Sache und doch Herzlichkeit auf Augenhöhe voraus. Coaching funktioniert über eine Vertrauensbeziehung. Dabei handelt es sich allerdings nicht um eine Dauerbeziehung, denn professionelle Coachs gehen davon aus, dass Sie das bearbeitete Thema nach dem Coaching-Prozess alleine meistern können. Diese Dinge zeichnen sich bereits in der ersten Sitzung ab. Entscheiden Sie danach, ob Ihr Coach der richtige ist.

Achten Sie auf Ihr Bauchgefühl!

Hören Sie dabei immer auf Ihr Bauchgefühl. Dieses Gefühl wird Ihnen sagen, ob es für Sie passt oder nicht.

Identische Branche oder ähnlicher Karriereweg

Auch diese Kriterien sind bei der Auswahl eines Coachs beliebt. Das Bedürfnis nach Ähnlichkeit aber steht im Widerspruch dazu, auf welche Weise professionelles Coaching seine Ergebnisse erzielt. Coaching muss mehr und andere Perspektiven sowie Handlungsoptionen für den Klienten erreichen. Statt um Ähnlichkeit muss es um Feldkompetenz gehen.

Namhaftes Beratungsunternehmen

Die Suche nach einem Coach bei namhaften Beratungsunternehmen resultiert aus einer Mischung aus den Bedürfnissen nach Qualität und Sicherheit. De facto jedoch arbeiten viele Coachs freiberuflich für große Beratungsunternehmen. Sie tun dies dort oft ebenso in Eigenregie wie für sich selbst.

Evaluation

Fragen Sie den Coach, wie er seine Coachings evaluiert und was er mit den evaluierten Daten macht?

Referenzen

Persönlich gegebene Referenzen können ein wesentliches Kriterium dafür sein, sich für den richtigen Coach zu entscheiden. Allerdings verlangt das ein Maß an Offenheit, das Auftraggeber oder Klienten selten leisten möchten.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Wolfang Looss – Coaching und die teachable Moments im Leben eines Managers

Teachable Moments sind die Momente, in denen die Grenzen des bestehenden Wissens offenbar werden und nach Weiterentwicklung gesucht wird.
Teachable
Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Lernforschung – Tipps, die das Lernen leichter machen.

Ein Interview mit Manfred Spitzer. Professor der Psychiatrie an der Universität Ulm.

bild-lernenStudieren heißt oft, komplizierte Dinge in den Kopf zu kriegen. Jeder hat da seine eigene Technik. Ein bisschen haben die Eltern dazu beigetragen, ein bisschen hat man selbst herausgefunden. Außerdem hört und liest man ja allerlei von Experten: Zum Beispiel, dass man am besten vor dem Einschlafen lernen soll. Oder dass Handgeschriebenes sich eher im Kopf festsetzt als Getipptes. Was stimmt davon?

These: „Vor dem Einschlafen ist das Gehirn besonders aufnahmefähig“

Manfred Spitzer: Das stimmt. Der Lernprozess endet nicht, sobald man das Buch zuklappt, sondern geht in der Nacht weiter . Wenn wir uns eine bestimmte Information langfristig merken wollen, muss sie vom Hippocampus – einer Art Zwischenspeicher – in die Großhirnrinde gelangen. Das passiert erst im Schlaf: In der Tiefschlafphase lädt sich das Gehirn zwischengespeicherte Informationen aus dem Hippocampus herunter und verarbeitet diese dann während der REM-Phase. Das Gehirn wechselt also ständig zwischen „downloaden“ und „speichern“ ab.

Allerdings setzt es auch Prioritäten: Lernen wir beispielsweise Vokabeln auswendig und haben anschließend ein dramatisches, emotionales Erlebnis, festigt sich in der darauffolgenden Nacht dieses Erlebnis – nicht aber die Vokabeln. Denn im Gedächtnis landen eher die Informationen, die mit stärkeren Emotionen verknüpft sind. Wenn man gleich nach der Lernphase schlafen geht, kann dazwischen nichts mehr passieren, das das Gehirn als „wichtiger“ einstuft.

These: „Bewegung hilft beim Lernen“

Spitzer: Sport hat positive Effekte auf das Gehirn. Beim Ausdauersport wachsen zum Beispiel Nervenzellen im Hippocampus nach – dieser Zusammenhang wurde zumindest für Mäuse schon nachgewiesen . Zudem wird beim Sport vermehrt Tryptophan aus dem Blut ins Gehirn transportiert und dort in Serotonin umgewandelt. Serotonin ist ein Botenstoff, der unsere Stimmung heben und damit auch die Leistungsfähigkeit steigern kann.

Sport ist also einerseits gut für die Infrastruktur, die das Lernen ermöglicht. Andererseits kann Bewegung auch den Lerneffekt selbst steigern: Wer einen abstrakten Zusammenhang mit einer dazu passenden körperlichen Bewegung verknüpft, sorgt dafür, dass dieser sich im Gehirn besser festsetzt. Wenn man einem Kleinkind das Bild von einer Tasse zeigt, kann es sich hinterher schlechter an deren Form erinnern, als wenn es sie anfasst und ihre Konturen mit den Fingern nachvollzieht. Ebenso ist es bei Erwachsenen: Wir sollten beim Lernen unseren Körper einsetzen, um etwas zu begreifen und verinnerlichen zu können.

These: „In letzter Sekunde lernt man schneller, als drei Wochen vor der Prüfung“

Spitzer: Es liegt in der Natur des Menschen, das Hier und Jetzt wichtiger zu nehmen als zukünftige Probleme. Man muss Kindern erst beibringen, dass sie länger für etwas arbeiten müssen, um ein Erfolgserlebnis zu haben: Wer Geige spielen können möchte, muss anstrengende Übungsstunden in Kauf nehmen. Wer gut in Sport sein will, muss trainieren. Wenn das Kind das lernt, bilden sich zwischen dem Frontallappen – der zum Beispiel für längerfristige Planungen zuständig ist – und anderen Gehirnregionen Verknüpfungen. Diese Verknüpfungen sind die Basis für Durchhaltevermögen und Selbstdisziplin.

Bei Menschen, die dieses Durchhaltevermögen nicht trainiert haben, sind die Verknüpfungen eher schwach ausgeprägt. Diese Menschen brauchen immer einen aktuellen Impulsgeber, um etwas zu leisten. Es mag sein, dass sie die Klausur trotz Last-Minute-Lernen bestehen. Allerdings werden sie wahrscheinlich weniger Erfolg im Leben haben: Sie richten sich immer nur nach aktuellen Zwängen und können nicht auf ein Ziel in der Zukunft hinarbeiten. Sie sind Fähnlein im Wind, die immer nur das tun, was gerade ansteht. Die Bergspitze werden sie niemals erreichen, weil ihnen das Klettern 200 Meter vorher zu stressig wird.

Soll ich lieber tagsüber oder nachts arbeiten?

These: „Über das Gelernte sprechen hilft, es sich zu merken“

Spitzer: Wenn wir miteinander sprechen, senden und empfangen wir permanent Emotionen. Diese wirken wie ein Verstärker: Sie signalisieren dem Gehirn, dass etwas wichtig ist und gespeichert werden sollte. Wichtig für diesen Prozess sind Mimik, Stimmlage und Gestik, weil sie den Gefühlen Ausdruck verleihen. Chatten ist daher weitaus uneffektiver: Studien zeigen, dass Menschen sich im Nachhinein besser an einen Film erinnern, wenn sie über ihn reden, als wenn sie über ihn chatten.

These: „Tagsüber ist die Leistungsfähigkeit am größten“

Spitzer: Einerseits stimmt das: Eine hohe Lichtintensität steigert die Wachheit und Aufmerksamkeit, weil dann mehr kurzwelliges Licht ins Auge fällt. Trotzdem würde ich einem Nachtmensch niemals sagen, dass er falsch arbeitet. Es gibt Menschen, die überwiegend nachts arbeiten und jedes halbe Jahr ein Buch publizieren. Menschen haben also tatsächlich unterschiedliche Tagesrhythmen : Lerchen-Typen stehen früh auf und sind morgens am leistungsfähigsten. Eulen-Typen ziehen es vor, nachts zu lernen, wenn sie nicht vom Telefon gestört werden. Sie haben sich meist bewusst dazu entschieden, ihren Tag-Nacht-Rhythmus komplett umzudrehen und beginnen ihren Tag gerne mit der Tagesschau. Und dann gibt es noch diejenigen, die meinen, sie wären Eulen – was aber eher daran liegt, dass sie morgens nicht aus dem Bett kommen.

These: „Wenn man sich eine liegende Acht vorstellt, arbeiten die Hirnhälften besser zusammen“

Spitzer : Das ist Unsinn. Die Gehirnhälften sind permanent miteinander verknüpft und kommunizieren immer – egal ob man sich dabei irgendeine Zahl vorstellt oder nicht.

These: „Was man aufschreibt, bleibt länger im Gedächtnis“

Spitzer: Wenn man etwas aufschreibt, beschäftigt sich der Kopf intensiver damit, als wenn man es nur liest. Das gilt allerdings nur für die Handschrift: Wenn man sich etwas merken möchte, bringt Tippen weitaus weniger als Schreiben, das haben Studien gezeigt. Deshalb halte ich wenig von Powerpoint-Referaten: Wer mit Copy-and-paste Inhalte aus der Wikipedia in eine Powerpoint-Präsentation einfügt, hat diese Inhalte noch lange nicht im Kopf verarbeitet. Schüler oder Studenten lernen dabei also nichts.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Schwarmintelligenz, was ist das eigentlich?

Schwarmintelligenz

Ich höre den Begriff Schwarmintelligenz im Management derzeit sehr häufig. Es gibt kaum eine Weiterbildungsveranstaltung in der dieses Thema keine Rolle spielt. Fraglich ist, ob das Konzept richtig verstanden wird, denn nicht hinter allem, was mit dem Begriff belegt wird, steckt wirklich die Intelligenz der Massen.

Begriffsklärung (Kurzfassung):

Schwarmintelligenz, auch als kollektive Intelligenz oder Gruppenintelligenz bezeichnet, ist ein Phänomen und meint den gezielten Einsatz von Fähigkeiten von Individuen und der Macht der Masse zur Lösung von Problemen und Bewältigung von Anforderungen.

Schwarmintelligenz sollte nicht mit Herdenverhalten verwechselt werden. Herdenverhalten ist eine Organisationsform, die einem Zusammenschluss von Lebewesen hilft, besser durchs Leben zu kommen. Bei einem Fischschwarm etwa schwimmen die stärksten Tiere mit der größten Risikobereitschaft immer außen, die Muttertiere mit den Jungen im Kern. Droht Gefahr, reagiert der gesamte Schwarm auf die Informationen der außen schwimmenden Tiere. Das sichert das Überleben. Dazu kommt eine große Flexibilität, mit der so ein Schwarm auf Veränderungen reagiert.

Auf das Internet übertragen bedeutet Schwarmintelligenz etwa, dass aktiv engagierten Menschen ein Feedback auf ihre eigenen Interessen ermöglicht wird. Aus den auf diese Weise gesammelten Informationen können für alle nützliche Schlussfolgerungen gezogen werden. Ein Beispiel sind Staumeldungen, die inzwischen über die Handyortungen erfolgen. Die Daten werden ausgewertet, woraus man Schlüsse zieht und am Ende hilft es Autofahrern, Staus zu vermeiden oder sich zumindest darauf einzustellen. Der Nachrichtendienst Twitter gilt übrigens als Musterbeispiel für erfolgreiche Schwarmintelligenz, denn spannende Nachrichten finden rasend schnell Verbreitung, langweilige hingegen verschwindet bereits nach wenigen Tweets.

Unternehmen nutzen die Schwarmintelligenz auch im Rahmen von Crowdsourcing. Eine Zusammengesetzt aus den Begriffen Crowd und Outsourcing. Einzelne Aufgaben, die bisher intern bearbeitet wurden, werden an eine Vielzahl von Nutzern oder Interessenten ausgelagert und häufig in Form eines Wettbewerbes ausgeführt. Die Aufgabe kann sich dabei sowohl auf eine Innovation beziehen oder bereits bestehende operative Aktivitäten oder Produkte. Bekanntester Vertreter für die Anwendung des Crowdsourcing dürfte das Online-Lexikon Wikipedia sein.

Warum aber benötigen wir überhaupt Schwarmintelligenz? Und warum gerade im Management?

Nun, die Antwort vermuten wir in den unternehmerischen Gegebenheiten des 21. Jahrhunderts. Wer im harten globalen Wettbewerb künftig bestehen will, muss sich anstrengen, der Konkurrenz stets einen Schritt voraus zu sein. Allein mit internen Ressourcen ist das nicht mehr zu bewerkstelligen. Es werden sich nur die Unternehmen behaupten können, denen es gelingt, sich die kollektive Intelligenz ihres Umfelds zu eigen zu machen.

Der Autohersteller BMW etwa bedient sich dieser Weisheit der vielen in Form seines Co-Création Lab, zu dem sämtliche Automobilinteressierte eingeladen sind, Wissen und Ideen beizusteuern. Unter anderem bat BMW um Einschätzungen und Vorschläge, wie sich die Mobilität der Zukunft darstellt und verbessern lässt. Mehr als 300 Ideen wurden diskutiert: neue Ansätze für Elektroautos, futuristische Parkmöglichkeiten oder künftige Fahrzeugkommunikation waren darunter.

Mitarbeiter einbinden

Die Unternehmen sollten mit dem Naheliegenden anfangen, wenn sie von der kollektiven Intelligenz profitieren wollen: ihren Mitarbeitern. Wie wäre es, wenn wir die Intelligenz unseres Mitarbeiterschwarms für die Weiterentwicklung und Verbesserung der Produkte, Dienstleistungen, vor allem aber interner Prozesse und Abläufe nutzen würden?Firmenportale und andere Plattformen sind gute Foren, den gedanklichen Austausch in großen Organisationen zu ermöglichen. Das sind Ansätze, aber Schwarmintelligenz darf weder auf postmoderne Kommunikationsformen noch auf kollaboratives Arbeiten in der Cloud reduziert werden. Wollen wir ernsthaft und seriös diesen Begriff diskutieren und anwenden, dann müssen wir uns davon lösen, ihn primär als technische Möglichkeit des gemeinsamen Arbeitens zu interpretieren oder gar als populärwissenschaftlichen Modebegriff für eine stochastische (zufällige) Gesetzmäßigkeit zu missbrauchen. Stattdessen sollten wir uns darauf besinnen, tatsächlich mehr den Schwarm und damit die Mitarbeiter und deren Führung in den Brennpunkt zu rücken und diesen zur Lösung kognitiver, komplexer Probleme und Herausforderungen zu nutzen.

Das ergebnisorientierte Zusammenspiel einer Gruppe

Schwarmintelligenz ist keine Intelligenz im gewöhnlichen Sinn, sondern beschreibt das ergebnisorientierte Zusammenspiel einer Gruppe. Das kann neue und ungesehene Qualitäten entwickeln. Aber es muss nicht – und es braucht eine geeignete Koordination von Einzelleistung und Gruppenverhalten. Das ist das große Missverständnis hinter der unerträglichen Leichtfertigkeit des Schwarms und der streumunitionierten Verwendung des Begriffs. Ein folgenreicher Kategorienfehler, man sucht eine personenähnliche Intelligenz im übermenschengroßen, geniehaften Sinn und übersieht, dass Gruppen seit vielen tausend Jahren Instrumente und Strukturen benutzen, um sich einen Vorteil zu verschaffen.

Klaus Frohnert

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Netzwerke und Hierarchie

Hierarchien setzen auf Verhinderung von Vernetzung, weil Netzwerke nicht kontrollierbar sind. Denn wer gibt schon gerne die Kontrolle auf und Macht ab? An lösungsorientierte Systeme mit einer hohen Eigendynamik, Netzwerke?

Ein Beitrag von Prof. Dr. Peter Kruse

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Was ist Mediation?

Bild Mediation

Im deutschsprachigen Raum wird “Mediation” vom Wortklang her schnell mit “Meditation” verwechselt. Viele Menschen ordnen die Mediation der Esoterik zu und wollen nicht viel damit zu tun haben. Tatsächlich aber hat Mediation mit Esoterik nichts zu tun.

Im Fremdwörterlexikon findet sich folgende Übersetzung des Wortes: “Vermittlung” oder “vermittelndes Dazwischentreten”. Und damit ist der Kern der Sache schon gut getroffen.

 Mediation ist eine Methode zur Konfliktlösung

Konfliktparteien sollen eine Lösung finden, die für beide befriedigend und akzeptabel ist. Entscheidend dabei ist, dass immer eine Dritte Person (Der Mediator) beteiligt ist. Diese Person hat keine Entscheidungsgewalt, sondern wirkt als Vermittler zwischen den Parteien.

Die Rolle des Mediators

Der Mediator ist eine neutrale Person, die zunächst erst einmal einen Verhandlungsraum eröffnet und die Konfliktparteien zu gemeinsamen Gesprächen und Verhandlungen an einen Tisch bringt. Weiterhin ist es Aufgabe in der Mediation, verdeckte Konflikte und vor allem die hinter dem Konflikt liegenden Bedürfnisse und Hintergründe sichtbar zu machen.

Mediation ist Hilfe zur Selbsthilfe und wirkt im Sinne des “Win-Win-Prinzips”

Ziel eines Mediationsprozesses ist es, das die Konfliktparteien selbst Lösungen entwickeln, die für beide Seite haltbar und gewinnbringend sind. Es geht um echte Win-Win-Lösung. Win-Win bedeutet, dass beide Parteien einen Nutzen von den vereinbarten Lösungen haben. Dafür müssen konsequent die Wünsche, Forderungen, Ängste und Vorbehalte beider Parteien herausgearbeitet werden („ Die Karten offen auf den Tisch legen“). Nur so ist es möglich, eine Lösung zu finden, die beide Parteien befriedigt.

Kennzeichen der Mediation

Eine Mediation ist immer zukunftsorientiert. Es geht darum, Lösungen für die zukünftige Zusammenarbeit zu erarbeiten. Die Vergangenheit ist nur insoweit von Bedeutung, wie die Informationen für das Verstehen des Konfliktes und der Anliegen beider Parteien vonnöten ist.

Im Gegensatz dazu wird z.B. in einem Gerichtsverfahren die Vergangenheit in das Zentrum der Beachtung gestellt. Hier wird vergangenes Verhalten beurteilt oder verurteilt.

In der Mediation geht es nicht um ein Urteil – wer recht hat oder nicht. Das ist unerheblich. Es geht einzig darum, eine für die Zukunft tragfähige und alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung zu finden. Damit ist die Mediation ein sehr zielgerichtetes Verfahren.

Ursprung der Mediation

Das Verfahren der Mediation kommt aus den USA. Diese alternative Methode der Konfliktlösung hat sich in den letzten 20 Jahren immer stärker verbreitet. Für Tarifverhandlungen nutzte man das Verfahren in den USA bereits in den 40er Jahren. In Deutschland befasst man sich mit diesem Verfahren erst seit ca. zehn Jahren und es wird teilweise noch sehr zögerlich eingesetzt.

Einsatzgebiete der Mediation

In den USA wird das Verfahren der Mediation in den verschiedensten Bereichen des privaten und öffentlichen Lebens eingesetzt. In Deutschland beschränkte sich der Einsatz bis vor kurzem vor allem auf Familienstreitigkeiten im Zuge von Scheidungen. Diese sogenannte Familien-Mediation soll vor allem in Fragen der Verteilung des Sorgerechts für Fairness sorgen. Ein weiterer Bereich, in dem die Mediation genutzt wird, ist die Umwelt-Mediation, bei der es darum geht, sinnvolle Maßnahmen in Umweltfragen zu finden.

Ich erlebe zunehmend eine Nachfrage aus der Wirtschaft. Es geht um Auseinandersetzungen unter Kollegen, zwischen Geschäftsführungen und Betriebsräten, Konflikte zwischen Abteilungen, Bereichen oder Unternehmen. Aus meiner Sicht ein modernes, professionelles, kostengünstiges und vielfältig erprobtes Verfahren.

Klaus Frohnert

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Trends und Entwicklungen in der Personalentwicklung

Eine Präsentation von Prof. Alexander Dürr, über …

1.) Ausgangspunkt: Die demografische Entwicklung und der Wertewandel

2.) Aktuelle Trends in der Personalentwicklung

3.) 10 Thesen für die Zukunft

Dürr

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Schluss mit Perfektionismus

Haben Sie schon einmal von anderen den Vorwurf gehört „Du mit deinem Perfektionismus!“ oder „Du bist ein Pedant.“? Wollen (müssen) Sie immer alles 100-prozentig, besser noch 120-prozentig machen? Wollen Sie stets das Optimale erreichen? Finden Sie dabei kein Ende und setzen sich immer wieder neu unter Druck? Denken Sie: „Alles, was ich tue, ist nicht gut genug, nicht schnell genug, überhaupt nicht genug und schon gar nicht gut?“

PerfektSchauen wir uns an, was Perfektionismus ist, welche Folgen er für uns hat und wie man lernen kann, weniger verbissen und perfektionistisch zu sein, ohne gleich Mittelmaß oder ein Versager zu sein.

Ist es schlecht, perfektionistisch veranlagt zu sein

Nein. Es gibt viele Berufe, in denen man nur vorankommen und es zu etwas bringen kann, wenn man ein absoluter Qualitätsfanatiker ist und in dem, was man tut, nach Perfektion strebt. Gewissenhaft, pflichtbewusst, korrekt und einsatzwillig sein, das sind wichtige Eigenschaften um Erfolg zu haben.

Das Streben nach Perfektion ist per se nicht schlecht. Wer in bestimmten Berufen Erfolg haben will, der muss sich Perfektion auf die Fahnen schreiben und Ehrgeiz haben. Der darf sich nicht mit Mittelmaß zufrieden geben.Perfektionismus und Ehrgeiz sind nur dann gefährlich, wenn wir unsere Selbstachtung und unser Selbstwertgefühl vom Erfolg abhängig machen.

Welche Folgen hat Perfektionismus für unser Leben?

Perfektionismus oder das Streben nach Perfektion beeinflusst unsere gesamte Person.

Perfektionismus äußert sich in unserem Denken.

In Einstellungen wie:

  • Ich muss immer alles richtig machen. Wenn ich etwas nicht schaffe, dann bin ich nicht gut genug.
  • Ich muss immer perfekt sein. Ich muss immer alles 100-prozentig machen. Nur dann ist es aus meiner Sicht gut.
  • Wenn etwas nicht perfekt ist, halten mich für einen Versager.
  • Andere dürfen keine Fehler machen, sonst sind sie Versager.
  • Es ist eine unverzeihlich und schlimm, wenn mir etwas misslingt.
  • Nur wenn ich perfekt bin, verdiene ich Anerkennung und Liebe.
  • Entweder mache ich etwas perfekt oder gar nicht.

Als Perfektionisten ist unsere Aufmerksamkeit darauf gerichtet, Fehler und Schwächen bei uns und anderen besonders gut zu erkennen. Fehler nehmen Perfektionisten zum Anlass, sich zu verurteilen. Selbst wenn sie etwas 100-prozentig machen, können sich Perfektionisten nur selten freuen. Sie hätten es ja vielleicht noch besser machen können! Wir setzen uns unter Druck und dulden keine mildernden Umstände. Wir sind sehr rigide und können nicht ab und zu geben.

Perfektionismus hat Auswirkungen auf unseren Körper.

Unser Streben nach Perfektion führt zu körperlicher Anspannung und innerer Unruhe. Im Grunde bringen wir uns in einen Stresszustand.

Perfektionismus hat Auswirkungen auf unsere Gefühle.

  • Wir haben ständig Angst vor Fehlern, Angst zu versagen, Angst vor Ablehnung und Angst vor Erfolg.
  • Wir sind frustriert oder deprimiert, wenn wir nicht das Optimum erreichen.
  • Wir sind nicht mit dem zufrieden, was wir erreicht haben.
  • Wir ärgern uns maßlos über unsere Fehler und Unvollkommenheiten.

Perfektionismus hat Auswirkungen auf unser Verhalten.

Perfektionisten tun sich z.B. schwer, eine Arbeit zu beenden, weil sie aus ihrer Sicht noch nicht perfekt ist. Sie trauen sich nicht an neue Aufgaben, weil sie Angst haben, sich dumm anzustellen oder etwas falsch zu machen. Machen sie bei einer Aufgabe einen Fehler, brechen sie diese ab, anstatt sie weiterzuführen. Sie verheimlichen vor anderen, dass sie ein bestimmtes Ziel anstreben. Wenn sie es nicht erreichen, dann weiß es wenigstens keiner. Sie vermeiden es, sich Ziele zu setzen, weil sie sich dadurch Enttäuschungen ersparen wollen.

In vielen Coachings, Beratungen und Trainings erlebe ich Menschen, die irgendwas nicht tun, aus der Angst heraus nicht perfekt zu sein oder es nicht perfekt zu machen. Zugegeben, ich habe auch einen „Perfektionsanspruch“ in dem, was ich tue. „Tue es richtig oder gar nicht!“ Und ich kenne viele Menschen, denen es ähnlich geht.

Wo liegen die Ursachen des Strebens nach Perfektion?

Irgendwann in unserem Leben – gewöhnlich in der frühen Kindheit – haben wir die Erfahrung gemacht, dass wir nur dann Zuwendung und Anerkennung bekommen, wenn wir perfekt sind, gewisse Erwartungen der anderen erfüllen. Wir fühlen uns irgendwie nicht in Ordnung und liebenswert und sind deshalb sehr stark auf die Anerkennung unserer Mitmenschen angewiesen. In der Perfektion sehen wir die Lösung, Anerkennung zu bekommen bzw. Ablehnung zu vermeiden.

Wege aus der Perfektionismus Falle

Beginnen möchte ich mit einer Empfehlung. Fordern Sie nicht von sich, dass Sie das Streben nach Perfektion 100-prozentig überwinden müssen – das kennen Sie und schon sind Sie wieder erneut in die Perfektionismusfalle getappt.

Reagieren Sie nicht mit Gleichgültigkeit und Nachlässigkeit als Alternative zu ihrer perfektionistischen Veranlagung. Denn darum geht es auf keinen Fall. Es geht um Flexibilität und Ihre bewusste Entscheidung, wie viel Einsatz Sie bringen möchten und wann Sie sagen, es ist gut genug.

Behalten Sie Ihre hohen Ansprüche, geben Sie Ihr Bestes. Mittelmaß gibt es schon genug. Herausragende Leistungen werden nur von Menschen mit hohen Ansprüchen und mit Ehrgeiz erbracht.

Beim Streben nach Perfektion geht es darum, trotz hoher Ansprüche die Fähigkeit zu haben, mit Fehlern, Niederlagen und Unvollkommenheiten leben zu können. D.h. sich nicht als Versager anzusehen, wenn man etwas nicht 100-prozentig gemacht oder erreicht hat.

Ziehen Sie schriftlich Bilanz.

Bei welchen Tätigkeiten schlägt sich Ihr Streben nach Perfektion nieder – im Beruf und im Privatleben? Was tun Sie besonders intensiv? Was meiden Sie?

Welchen Vorteile und Nachteile haben Sie durch Ihren Perfektionismus?

Nehmen Sie ein Blatt Papier und machen Sie 2 Spalten. Notieren Sie in der linken Spalte die Vorteile, die Sie durch Ihr perfektionistisches Streben haben. In der rechten Spalte notieren Sie die negativen Auswirkungen des Perfektionismus. Überwiegen die Vorteile oder Nachteile? Machen die Nachteile (Anspannung, Kopfschmerzen, Stress, …) die Vorteile zunichte?

Suchen Sie nach den Gründen für Ihr Perfektionsstreben.

Was würde passieren, wenn Sie eine Aufgabe nicht perfekt erledigen würden? Wovor haben Sie Angst? Angst vor dem Verlust von Anerkennung und Bestätigung durch andere. Angst, den Erwartungen der anderen nicht gerecht zu werden.

Überlegen Sie: „Welches Denken ist hilfreich, um lockerer mit Anforderungen umgehen zu können?“

Wenn Sie sich schwer tun, neue Sichtweise zu finden, reden Sie mit Freunden und guten Bekannten. Wie gehen diese mit Anforderungen und Aufgaben im Leben um, ohne deshalb Mittelmaß zu sein?

Finden Sie Tätigkeiten und Aufgaben, bei denen es nicht darauf ankommt, diese perfekt zu machen.

Analysieren Sie: Bei welchen beruflichen und privaten Tätigkeiten hätte es kaum negative Auswirkungen, wenn Sie diese weniger sorgfältig, fehlerhaft, nicht sofort oder gar nicht erledigen würden? Notieren Sie sich einige.

Gehen Sie im Alltag anders mit diesen Aufgaben um.

Wenn Sie weniger gewissenhaft bei Tätigkeiten sind, dann wird sich Ihr schlechtes Gewissen rühren. Sie haben das Gefühl, es sei nicht richtig, entspannter und lockerer mit diesen Aufgaben umzugehen. Glauben Sie mir: mit zunehmender Übung wird dieses ungute Gefühl verschwinden. Denken Sie auch daran: nicht jeder hat Ihr hohes Anspruchsniveau und Ihr Wissen. Andere werden auch zufrieden sein, wenn Ihre Leistung in Ihren Augen nicht perfekt ist. Und selbst wenn andere Kritik üben, könnten Sie damit nicht leben?

Lernen Sie, sich selbst anzunehmen – stärken Sie Ihr Selbstwertgefühl.

Dies ist Ihre wichtigste Aufgabe und vermutlich die größte Herausforderung, die Sie jedoch nicht zu 100 Prozent meistern können. Loben Sie sich bewusst, auch für Sachen, die nicht so perfekt sind.

Machen Sie sich klar: Fehler machen heißt nicht, als Mensch fehlerhaft zu sein. Wenn Sie sich als Person akzeptieren – unabhängig davon, wie gut Sie etwas machen, dann entziehen Sie Ihrem Streben nach Perfektion den Nährboden.

Dann sind Sie in der Lage, entspannter mit Fehlern, Unvollkommenheiten und Kritik von anderen umzugehen. Sie können es sowieso nie allen recht machen! Es ist in Ordnung, etwas perfekt machen zu wollen. Schädlich ist nur, sein Selbstwertgefühl und seine Selbstachtung nur von seiner Leistung abhängig zu machen.

Dieser Artikel über Perfektionismus ist nicht perfekt und er wird es wohl nie sein. Ich arbeite immer mal wieder daran, ihn zu verbessern. Das ist alles, was ich tun kann. Denken Sie auch daran: Das Unfertige und Unvollkommene ist kein Mangel! Es beinhaltet Chancen und Möglichkeiten!

Egal was Dir gesagt wurde, als erwachsener Mensch darfst Du Deine eigenen Entscheidungen treffen!

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar