Gute Gründe, Selbstgespräche zu führen

Selbstgespräche wirken auf viele erst einmal befremdlich oder sogar verrückt. Aber sie sind normal und sehr gesund. Die weit unterschätzten Gespräche mit sich selbst helfen, die eigenen Gedanken zu sortieren. Sie können beruhigen, motivieren und Ideen reifen lassen. Selbstgespräche fördern Intelligenz und Kreativität.

  1. Gedanken ordnen und Entscheidungen treffen

Wer Tagebuch schreibt, kennt es: Das Schreiben hilft dabei, eigene Gedanken zu ordnen, Erlebnisse zu verarbeiten und sich über Gefühle klar zu werden. Ähnlich ist es mit den Selbstgesprächen, bloß dass dieser Prozess der Verarbeitung nicht schriftlich, sondern verbal in einem selbst stattfindet. Das heißt, Selbstgespräche helfen dabei, Gedanken und Gefühle zu reflektieren. Somit finden wir schneller eine Lösung für ein Problem und können leichter eine Entscheidung treffen.

2. Mentales Gehirnjogging

Wenn wir ein Selbstgespräch führen, hört das Gehirn sehr genau hin. Auch der Inhalt der Selbstgespräche ist wichtig und hat Einfluss auf unser späteres Handeln. Denn alle Informationen des Selbstgespräches werden abgespeichert, sodass wir jederzeit darauf zurückgreifen können. Somit ist ein Selbstgespräch auch eine Art Datensicherung. Wer während des Lernens laut spricht, lernt bis zu dreimal so viel wie still Paukende.

3. Selbstgespräche steigern die Kreativität

Dieses mentale Jogging hilft auch, Ideen zu bündeln und an der Umsetzung zu arbeiten. Hier geht es um das Verarbeiten und Weiterverwerten von Informationen. Hier wirken Selbstgespräche hoch inspirierend und Kreativität steigernd.

Diesen Prozess nutzen Autoren, Künstler und Musiker beispielsweise, wenn sie an einem Projekt arbeiten, brainstormen und ihre Ideen „kneten“ und formen.

4. Emotionale Intelligenz verbessern

Emotionale Intelligenz setzt sich zusammen aus Empathie, Selbstbewusstsein und der Fähigkeit, zu kommunizieren. Das bedeutet, dass über Selbstgespräche die emotionale Intelligenz trainiert werden kann, denn während der Gespräche fühlen wir uns in uns selbst (Selbstbewusstsein) und in unser Gegenüber (Empathie) ein, zeitgleich kommunizieren wir – das verbessert auch unsere Rhetorik.

5. Selbstgespräche als Ventil

Traurigkeit, Ärger und Frust sollte man nicht in sich hineinfressen. Auch hier können Selbstgespräche dabei helfen, diffuse Gedanken und unliebsame Gefühle zu verarbeiten. Die Selbstgespräche erlauben es, den Ärger zu formulieren und damit loszuwerden; außerdem können sie dazu beitragen, sich in der Traurigkeit weniger einsam zu fühlen. So sind Selbstgespräche auch ein Ventil bei innerer Spannung. Sie können Aggressionen reduzieren und dadurch Stress abbauen.

6. Selbstmotivation

Worte können motivieren. Ein „Du schaffst das!“ oder „Gut gemacht“ ist der verbale Schulterklopfer, ein „Ich glaub an dich!“. Ob nun andere an uns glauben oder wir selbst überzeugt sind, dass wir etwas schaffen, ist dabei erst einmal zweitrangig, denn die Wirkung ist die gleiche: Wir fühlen uns gestärkt und packen es an. Diese innere Motivation macht selbstsicherer.

Ein motivierendes Selbstgespräch kann also durchaus weiter anfeuern und dabei unterstützen, ein Ziel besser und schneller zu erreichen. Die innere Ansprache kann aber ebenso demotivieren, denn wer sich regelmäßig als Versager beschimpft, wird sich davon kaum bestärkt fühlen. Aus diesem Grund sind Qualität und Inhalt der Selbstgespräche sehr wichtig.

7. Selbstgespräche beruhigen

Wer im Stau steht und einen Termin hat, kann unruhig und ungeduldig werden. Auch hier helfen Selbstgespräche, wie beispielsweise der Zuspruch, dass es bald weitergeht. Der Stau löst sich dadurch zwar nicht auf, aber wir sind entspannter und weniger gestresst. Und das ist nachweislich spürbar: der Puls geht runter, der Herzschlag verlangsamt sich und wir können wieder klare Gedanken fassen.

„Man führt nicht mehr genug Selbstgespräche heutzutage.

Man hat wohl Angst, sich selbst die Meinung zu sagen.

“ Jean Giraudou“

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