Lob und Anerkennung der Mitarbeiter – die einfachste Art der Motivation

Viele Menschen wünschen sich nichts sehnlicher als Anerkennung und Wertschätzung durch ihre Umgebung. Lob motiviert und zeugt von Wertschätzung und Respekt. Loben ist eines der mächtigsten Werkzeuge zur Beeinflussung des Verhaltens anderer Menschen.

Trotzdem geizen viele Führungskräfte mit lobenden Worten und positivem Feedback an ihre Umgebung.

Der Nutzen liegt in einer dauerhaften atmosphärischen Verbesserung, einem produktiveren Betriebs- und Arbeitsklima. Lassen Sie sich und Ihren Mitmenschen Zeit, setzen Sie auf Langzeitwirkung. Der Erfolg ist Ihnen dabei meistens sicher: Gerade weil so selten gelobt wird, steigen Sie in den meisten Fällen automatisch in der persönlichen Wertschätzung Ihres Gegenübers.

Warum fällt das Loben so schwer?

Das positive Rückmeldungen in unserer Gesellschaft, insbesondere im Geschäftsleben, so selten sind, hat vor allem zwei ganz banale Gründe: Gedankenlosigkeit und Zeitmangel. Wenn Sie sich die großen Chancen vor Augen führen, die das Loben bietet, werden Sie sich die überaus sinnvoll investierte Zeit dafür aber bestimmt nehmen.

Der konstruktive Einsatz positiver Rückmeldungen bleibt aber selbst dann schwierig. Das hat unmittelbar mit der erwähnten Obrigkeitsfunktion des Lobens zu tun – wer lobt, kann leicht herablassend wirken. Sie kennen das vielleicht: Da fällt Ihnen eine tolle Leistung, eine elegante Problemlösung oder ein überzeugendes Verhalten auf – Sie trauen sich aber nicht, das auch auszusprechen oder Sie wissen nicht, wie:

  • „Das steht mir doch gar nicht zu!“
  • „Ach, das hat er bestimmt schon tausendmal gehört.“
  • „Der „da oben“ braucht das doch nicht, der ist doch so überlegen und souverän …“
  • „Ich weiß gar nicht, wie ich es sagen soll, ohne dass sich das überheblich anhört.“
  • „Mir selbst wäre das auch peinlich, wenn ich das zu hören bekäme.“
  • „Ich sag das lieber nicht, das klingt ja anbiedernd. Ich will mich doch nicht einschleimen.“

Hier ein paar Praxistipps

Patentrezepte für das richtige Loben gibt es nicht. Aber eine ganze Menge Anregungen, wie Sie Anknüpfungspunkte finden, sie geschickter in Worte fassen und die Wahrscheinlichkeit erhöhen, deren gewünschte Wirkung zu erhöhen.

Wichtiger als der konkrete Inhalt einer positiven Botschaft ist vielfach das Gefühl Ihres Gegenübers, als Mensch überhaupt wahrgenommen zu werden. Er oder sie spürt: Da hat mich jemand bemerkt, hat sich über mich Gedanken gemacht.

Suchen Sie ganz bewusst nach Stärken bei sich und anderen Menschen. Was sind meine eigenen Stärken und die Stärken meines Gegenübers?

Verwechseln Sie Ihre eigene Gedankenwelt nicht mit der Realität: Wenn Sie etwas Gutes über jemanden denken, dann weiß er oder sie noch lange nichts davon. Sprechen Sie Ihre positiven Wahrnehmungen auch laut aus. Haben Sie bloß keine Angst vor Wiederholungen. Langeweile tritt beim Empfänger bei der Annahme von Anerkennung erfahrungsgemäß nur sehr, sehr selten auf.

Wenn Sie von Eigenschaften, Leistungen und Verhaltensweisen überzeugt sind, tragen Sie Ihre positiven Eindrücke möglichst konkret nach außen. Sagen Sie genau, was Sie schätzen und woran Ihnen das aufgefallen ist. Pauschales Lob („Alles prima, weiter so!“) verpufft.

Sprechen Sie Anerkennung möglichst zeitnah aus (und nicht etwa im Jahresrückblick oder vorab auf Vorrat).

Seien Sie dabei ehrlich: Versuchen Sie nicht, Menschen Honig ums Maul zu schmieren, um sie zu einer bestimmten Reaktion zu bewegen. Offensichtliche Manipulationsversuche erhöhen den Widerstand, anstatt ihn abzubauen.

Loben Sie ruhig auch mal in Abwesenheit und setzen Sie darauf, dass Ihre Anerkennung auf Umwegen ankommt.

Würdigen Sie nicht nur Bestleistungen und Ausnahme-Anstrengungen. Auch vermeintliche Selbstverständlichkeiten, wie die regelmäßige zuverlässige Erledigung von Aufträgen oder pünktliche Lieferungen in versprochener Qualität, sind von Zeit zu Zeit unbedingt „der Rede wert“.

Senden Sie anerkennende Ich-Botschaften statt oberlehrerhafter Beurteilungen.

Überlegen Sie sich gut, in welcher Situation Sie Anerkennung aussprechen. Ein öffentliches Lob stellt eine extreme Verstärkung Ihrer Botschaft dar. (Je nach Kontext kann das aber unerwünscht sein. So können offizielle Belobigungen einzelnen Mitarbeitern unter Umständen peinlich sein, weil sich die Kollegen dadurch zurückgesetzt fühlen und/oder sie deshalb als Streber oder Günstling gelten.)

Anerkennung lässt sich in ganz unterschiedlicher Form äußern. Oft sind es die unspektakulären Komplimente im Vorbeigehen, beim Smalltalk, die unerwartete Wirkung entfalten.

Gutes Gelingen beim Loben!

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