Konzentrieren sie sich!

Ein ganz normaler Tag in Büro: Das Telefon klingelt, wir gehen dran. Gleichzeitig haben wir unsere Mails im Blick und legen uns schon einen Antworttext, noch während des Gesprächs zurecht. Jetzt meldet sich auch noch das Smartphone in der Tasche, und wir nutzen die Gelegenheit, um auch hier die neuesten Informationen abzurufen. Jetzt noch die Post durcharbeiten und dann…

Permanent springen wir schnell von einer Aufgabe in die Andere.

Aber ist es wirklich notwendig, alles gleichzeitig zu erledigen? Bringt es uns schneller voran? Nein, sagen Hirnforscher und empfehlen eine ruhige Arbeitsatmosphäre und die Konzentration auf einzelne Aufgaben.

Unser Gehirn läuft auf Hochtouren wenn wir versuchen, möglichst viele Dinge parallel zu erledigen. Dabei ist es für das sogenannte „Multitasking“ gar nicht gemacht. Studien belegen, dass bei dem Versuch, unterschiedliche Aufgaben gleichzeitig zu erledigen, die Leistungsfähigkeit sinkt. Besonders negativ wirken sich häufige Unterbrechungen auf unsere Konzentration aus. So machten Teilnehmer einer US-amerikanischen Studie während ihrer Arbeit doppelt so viele Fehler, wenn sie durch Anrufe oder Nachrichten abgelenkt wurden.

Permanente Unterbrechungen erhöhen die Fehlerquote!

Bereits 2005 untersuchten Forscher am Londoner King’s College den Einfluss von E-Mails auf das Arbeitsergebnis ihrer Empfänger. Verglichen mit den Ergebnissen der Kontrollgruppe, die unter Einfluss von Marihuana arbeitete, zeigte sich, dass Unterbrechungen sich negativer auf die Qualität der Arbeit auswirkten als die Drogen.

Dazu sei jedoch gleich angemerkt, dass diejenigen ihre Aufgaben am besten lösten, die weder Drogen noch Unterbrechungen „ausgesetzt“ waren.

Das bestätigt auch der Digitalisierungsforscher Alexander Markowetz: „Die permanenten Unterbrechungen zerstören unsere Produktivität und langfristig unsere Aufmerksamkeit.“ Mittels einer App hat er das Smartphone-Verhalten von rund 300.000 Nutzern unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Im Durchschnitt aktivierten die Besitzer 53 Mal am Tag ihr Handy. Sie unterbrechen damit alle 18 Minuten ihre Tätigkeit, mit der sie gerade beschäftigt sind.

Aufgabenwechsel erfordert viel Zeit, die ungenutzt bleibt!

Gleichzeitig benötigen wir beim Wechsel zwischen verschiedenen Aufgaben und Medien rund 15 Minuten, um wieder ganz bei der Sache zu sein. Wer sich also vielen Dingen gleichzeitig widmet, anstatt einer Aufgabe konzentriert nachzugehen, verliert im Endeffekt mehr Zeit als er glaubt einzusparen.

Was können wir tun, um wieder ganz bei der Sache zu sein?

Hier ein paar Anregungen für konzentrierteres und befriedigenderes Arbeiten:

Wenn Sie es schaffen, Ihr Handy zur Seite zu legen, Signaltöne abzustellen und Ihre Mails nur in dafür vorgesehenen Zeitfenstern zu lesen, erhöhen Sie Ihre Konzentrationsfähigkeit.

Gehen Sie Aufgaben nacheinander und nicht zeitgleich an. Das reduziert nicht nur die Fehlerquote, sondern erhöht auch die eigene Leistungsfähigkeit.

Suchen Sie auch in Pausen bewusst Ruhe und vermeiden Sie viel Trubel und Ablenkung – so kann Ihr Gehirn am besten entspannen.

Zum Schluss noch eine gute und eine schlechte Nachricht: Aufmerksamkeit funktioniert wie ein Muskel. Wir können sie trainieren. Und unseren Ablenkungsmechanismen auf die Schliche kommen.

Die schlechte Nachricht: Wir müssen täglich üben.

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