Führung und Vertrauen

Wenn Sie morgens den Wasserhahn aufdrehen, vertrauen Sie darauf, dass das Wasser sauber ist? Wenn sie schnell mit dem Auto fahren, vertrauen sie der Technik? Vertrauen Sie ihren Kollegen und Mitarbeitern?

Was ist eigentlich Vertrauen? Hier ein paar Anregungen.

  • Die Bereitschaft, Risiken einzugehen und sich verwundbar zu machen.
  • Freiwillig auf Verhaltenskontrolle zu verzichten.
  • Vom Wohlwollen des Anderen auszugehen.
  • Eine riskante Vorleistung (N. Luhmann)
  • Bietet die Chance, dass Vertrauen mit Gegenvertrauen honoriert wird so dass eine positive Entwicklung in Gang gesetzt wird.
  • Eine auf Intuition basierende Entscheidung

Vertrauen bildet die Grundlage für alle Individuen, Unternehmen, Organisationen und Zivilisationen, für alle Beziehungen und jede Form der Kommunikation rund um den Globus. Mangelndes Vertrauen zerstört selbst die erfolgreichsten Unternehmen, die mächtigste Regierung und die florierendste Wirtschaft. Trotz der offensichtlich immensen Macht von Vertrauen gehört es wohl zu den am meisten unterschätzten Faktoren unserer Wirtschaft und Gesellschaft.

Wie entsteht Vertrauen?

Grundlage von Vertrauen bildet die persönliche Glaubwürdigkeit. Diese beruht auf 4 Faktoren: Integrität, Absicht, Fähigkeiten und Ergebnisse.

Bei den ersten beiden Faktoren geht es um den Charakter, bei den beiden anderen um die Kompetenz.

„Auch wenn Sie jemanden für aufrichtig halten, sogar für ehrlich, werden Sie ihm noch lange nicht uneingeschränkt vertrauen, wenn er keine entsprechenden Ergebnisse und Erfolge vorweisen kann.“

Integrität

Tun Sie, was Sie sagen, halten Sie, was Sie versprochen haben, und handeln Sie so, wie Sie denken? Ehrliches, faires Verhalten ist vertrauensbildend, gerade dann, wenn es einmal zum eigenen Nachteil ist. Integrität ist der Begriff, den die meisten Menschen mit Vertrauen verbinden. Denn oftmals hängen massive Vertrauensbrüche mit Verletzungen der Integrität zusammen. Integer ist, wer den Mut hat, im Einklang mit seinen Werten und Überzeugungen zu handeln.

Absichten

Handeln Sie zum Besten Ihrer Mitarbeiter, Ihrer Kunden und Ihrer Firma? Fürsorge und Anteilnahme sind hervorragende Absichten, um Vertrauen zu gewinnen. Misstrauen hingegen entsteht, wenn rein egoistische Absichten verfolgt werden. Z.B. wenn wir den Verdacht haben, dass jemand versteckte Absichten verfolgt und ihm unser Wohl nicht wichtig ist. So betrachten wir alles, was er sagt und tut, argwöhnisch.

Fähigkeiten

Ihre Talente, Einstellungen, Wissen und Fertigkeiten sind Mittel, die Sie nutzen, um Ergebnisse und Erfolge zu erzielen. Wenn ihr Hausarzt integer ist und gute Motive hat, aber nicht über das nötige Know-how für eine Herzoperation verfügt, fehlt es ihm auf diesem Gebiet dennoch an Glaubwürdigkeit.

Ergebnisse

Die Ergebnisse sind das Resultat richtig eingesetzter Kompetenzen und sozusagen die Früchte Ihres Handelns. Sie bestätigen das Vertrauen, das man in Sie gesetzt hat, und stärken es: Nichts macht glaubwürdiger als befriedigende Ergebnisse. Wenn wir die Erwartungen der anderen hingegen nicht erfüllen, schadet das unserer Glaubwürdigkeit.

Ob wir jemandem vertrauen, entscheidet sich auf allen vier Grundlagen, die Menschen unterbewusst in Gesprächen oder durch Beobachten abklopfen. Sie sollten deshalb in allen vier Faktoren aktiv Vertrauen aufbauen.

Verhaltensweisen im Führungsalltag, die Vertrauen fördern sind:

  • Fehler des Mitarbeiters sind auch Fehler des Chefs (nach außen und oben).
  • Fehler des Chefs sind auch Fehler des Chefs.
  • Erfolge der Mitarbeiter „gehören“ den Mitarbeitern.
  • Nur persönliche Erfolge des Chefs kann er für sich allein beanspruchen.
  • Sich Zeit nehmen und aktiv zuhören.
  • In seiner Rolle als Vorgesetzter authentisch sein.
  • Höfliche, respektvolle Umgangsformen pflegen.
  • Großzügigkeit bei der Weitergabe von Wissen und Kontakten zeigen.
  • Charakterliche Integrität.
  • Sich konsequent von Intriganten trennen.
  • Vertraue jedem Mitarbeiter, so weit du kannst.
  • Vereinbarungen konsequent einhalten.
  • Interesse an den Mitarbeitern/Kollegen zeigen.
  • Offen sein für Kritik und kritische Themen ansprechen.
  • Niemanden vor Anderen bloßstellen oder demütigen.
  • Vertrauensbruch ansprechen.

Klaus Frohnert

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